Theaterformen
"Die Wahrheit nach der ich mich gesehnt habe" beim Festival Theaterformen © Tiit Ojasoo

Vom 2. Bis 12. Juli fin­det das 16. Fes­ti­val Thea­ter­for­men in Han­no­ver statt. Zehn Tage, in denen die Zuschauer Thea­ter aus aller Welt genie­ßen können.

Die Thea­ter­for­men brin­gen Thea­ter aus den ver­schie­dens­ten Ecken der Welt nach Han­no­ver. Das inter­na­tio­nale Fes­ti­val umfasst 15 Pro­duk­tio­nen aus Europa, Afrika, Süd­ame­rika und den USA. Neben den Büh­nen des Schau­spiel Han­no­ver bespie­len die Ensem­bles auch in die­sem Jahr ver­schie­dene Orte in der Stadt. Rund 200 Künst­ler neh­men an dem thea­tra­len Spek­ta­kel teil und elf Län­der prä­sen­tie­ren Bei­spiele ihrer Thea­ter­kul­tur. Wie in den Vor­jah­ren darf dabei auch die Musik nicht feh­len. Ein umfang­rei­ches Kon­zert­pro­gramm run­det die Thea­ter­for­men ab. Zwi­schen Künst­ler­haus und Schau­spiel­haus fin­den dafür kos­ten­lose Open-Air Kon­zerte statt.

Zwei Festival-Favoriten der AllegrettoKultur-Redaktion
Theaterformen
Eine “Fan­ta­sie für Mor­gen” aus Chile © La Re-sentida

Ker­rin Fer­ner: LA IMAGINACIÓN DEL FUTURO
Was wäre wenn? Mir gefällt wie die Gruppe La Re-sentida his­to­ri­sche Fak­ten nimmt und dar­aus ein etwas schrä­ges His­to­ri­en­drama macht.

Eine Gruppe moder­ner Staats­mi­nis­ter ver­sucht Prä­si­dent Sal­va­dor Allende wäh­rend sei­ner letz­ten Tage zu bera­ten, um seine Regie­rung zu ret­ten. Kön­nen sie den Lauf der Geschichte ändern, die bevor­ste­hende Dik­ta­tur ver­hin­dern und damit auch die Kon­se­quen­zen, die bis heute zu spü­ren sind? Aus die­ser fik­ti­ven Situa­tion her­aus wer­den einige Mei­len­steine über­prüft und damit die poli­ti­schen Hin­ter­gründe und die Gewalt offen­ge­legt, die das Land geprägt haben. LA IMAGINACIÓN DEL FUTURO ist keine Samm­lung bekann­ter Fak­ten, son­dern Fik­tion, die frei mit einem Stück chi­le­ni­scher Ver­gan­gen­heit spielt, um Fra­gen für die Zukunft zu stellen.

Theaterformen
Die Pro­duk­tion “Situ­ta­tion Rooms” von der Gruppe Rimini Pro­to­koll © Joerg Baumann

Chris­tine Gie­se­king: SITUATION ROOMS
Mich haben schon bei den frü­he­ren Thea­ter­for­men die For­mate beson­ders fas­zi­niert, die nicht auf den klas­si­schen Büh­nen spie­len und den Zuschauer zu einem Teil der Insze­nie­rung machen. Des­halb ist mein Theaterformen-Favorit das Stück von Rimini Protokoll.

SITUATION ROOMS zeigt in einem begeh­ba­ren Film­set 20 Men­schen, deren Bio­gra­fien von Waf­fen, dem Han­del mit ihnen und der Bedro­hung durch sie mit­ge­schrie­ben wur­den. Mit einem mobi­len Bild­schirm folgt der Besu­cher den Prot­ago­nis­ten durch minu­tiös aus­ge­stat­tete Räume in die glo­ba­li­sierte Welt der Pis­to­len und Pan­zer­fäuste, der Fried­höfe und Feld­la­za­rette, der Regie­ren­den und Flüch­ten­den. Er kreuzt die Wege der ande­ren Besu­cher und ver­strickt sich als Ver­fol­ger und Ver­folg­ter im Netz der Erzählungen.

Thea­ter­for­men: Die Geschichte des Festivals

1990 in Braun­schweig gegrün­det, bil­det das Fes­ti­val die Viel­falt zeit­ge­nös­si­scher Thea­ter­for­men ab – von der Klas­si­ker­in­sze­nie­rung über neue Dra­ma­tik bis zu expe­ri­men­tel­len For­ma­ten und Per­for­man­ces. Einige der Pro­jekte ver­las­sen den klas­si­schen Büh­nen­raum und bezie­hen den städ­ti­schen Bereich der Gastgeber-Orte ein.

Ver­an­stal­tet wird das Fes­ti­val für inter­na­tio­na­les Thea­ter vom Nie­der­säch­si­schen Staats­thea­ter und dem Staats­thea­ter Braun­schweig. 1998 wurde Han­no­ver zur zwei­ten Fes­ti­val­stadt wegen der sich anbah­nen­den EXPO. Seit 2007 wech­seln sich die Gast­ge­ber Braun­schweig und Han­no­ver ab.

Thea­ter­for­men

Ort: ver­schie­dene Orte
Ter­min: 02.07 bis 12.07.2015
Karte: Regu­lär: 7,- bis 25,- € / Ermä­ßigt: im VVK 9,- bis 12,50,- € / Freier Ein­tritt ins Fes­ti­val­zen­trum
Alle Orte und Ter­mine fin­det man im Pro­gramm zum Fes­ti­val.

 

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