© 2014 Doug Coombe

Schon gewusst? Das Bema­len von Geh­we­gen mit Kreide ist eine Ord­nungs­wid­rig­keit. Trotz­dem: Wer als Kind bei Hin­kel­kas­ten und Co. erwischt wird, ist nicht gleich ein Straf­tä­ter, aber viel­leicht ein poten­zi­el­ler Streetart-Künstler.

Die soge­nannte Pflas­ter­ma­le­rei ist längst zur Kunst avan­ciert. In eng­lisch­spra­chi­gen Krei­sen wird sie als Chalk Art bezeich­net und ist eine Form der Streetart. Dabei gibt es klare Regeln: Foto­gra­fie­ren (eigent­lich) ver­bo­ten! Spen­den gerne gesehen.

Krei­de­kunst mit 3D-Effekt vom Street Art Fes­ti­val in Almere / Nie­der­lande © hip­pro­duc­tions / Shutterstock.com

Wahre Kunst ist zeit­los? Von wegen!

Der Reiz der Krei­de­kunst liegt in ihrer kurz­wei­li­gen Exis­tenz. In Groß­städ­ten auf der gan­zen Welt sit­zen Künst­ler mit schmut­zi­ger Hose und bun­ten Hän­den auf dem Boden und inves­tie­ren Stun­den an Arbeit in ein Bild – des­sen Lebens­dauer dann der Wit­te­rung über­las­sen wird. Wer als Kind sel­ber so auf dem Asphalt hockte, steht mit bewun­dern­dem Blick dane­ben. Beson­de­rer Beliebt­heit erfreut sich die 3D-Straßenmalerei. Nur aus einem ganz bestimm­ten Win­kel ist der Effekt sol­cher Bil­der wirk­lich zu erken­nen. Für die Pas­san­ten löst sich das Rät­sel des Moti­ves also erst bei genaue­rer Betrach­tung. Ganze Wett­be­werbe in die­ser Art der Male­rei wer­den inzwi­schen — auch in Deutsch­land — ver­an­stal­tet. Vor fünf Jah­ren hob der Künst­ler Roland Josut­tis die Chalk Art auf die 4D-Ebene und erzeugte die Illu­sion einer Bewe­gung im Bild.

Ali­ens und flie­gende Schweine

Sluggo als fau­ler Laub­samm­ler © David Zinn

Auch bei den Moti­ven sind der Krei­de­ma­le­rei keine Gren­zen gesetzt. Der neuste Trend sind kleine Zeich­nun­gen von Tie­ren und unbe­kann­ten Wesen, die sich immer öfter am Stra­ßen­rand und Bür­ger­steig tum­meln. Mit ihenen sor­gen krea­tive Köpfe wie David Zinn für kleine Stim­mungs­auf­hel­ler im grauen All­tag. Der kleine grüne Alien „Sluggo“ mit sei­nen gro­ßen blauen Augen wickelt jeden um den Fin­ger. Mit sei­nem bes­ten Freund, einem Schwein­chen mit Engels­flü­geln, erkun­det Sluggo die Stra­ßen die­ser Welt und zau­bert auch erns­ten Pas­san­ten ein Lächeln ins Gesicht.

Kann so eine char­mante Kunst wirk­lich gesetz­tes wid­rig sein? Laut Ord­nungs­be­hörde ja, wenn sie vor­her nicht ange­mel­det wurde. Doch wir sind uns ziem­lich sicher, dass auch die strengs­ten Beam­ten bei coo­ler Krei­de­kunst ein Auge zudrü­cken – um mit dem ande­ren genauer hinzuschauen.

Tipp: Alle Kunst­werke von David Zinn gibt es auf sei­ner Web­site zu finden.

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