Streetart in der U-Bahn
Eine bunte Untergrundwelt verschönt das Warten auf die nächste Bahn

Augen auf im Stra­ßen­ver­kehr! Denn die Kunst ist über­all. Wie Streetart auf ganz legale Weise das Stadt­bild berei­chern kann zei­gen diese Bei­spiele aus Hannover.

Groß­städte wie Ber­lin, Ham­burg oder Frank­furt haben schon vor Jah­ren begon­nen, Streetart in ihr Stadt­bild zu inte­grie­ren. Namen wie die des Künst­ler­duos „Hera­kut“ oder des Graffiti-Künstlers „Daddy Cool“ sind nicht mehr nur in der Szene jedem bekannt und ihre Arbei­ten zie­ren ganz offi­zi­ell Häu­ser­wände oder graue Mau­ern. Auch Han­no­ver zieht mehr und mehr nach und zeigt, dass auch die Lei­ne­stadt offen für Kunst auf der Straße ist.

Streetart in der U-Bahn-Station
Hier gehts abwärts, aber nicht n´mit der Kunst!
Hier gehts abwärts, aber nicht n´mit der Kunst!

Zu den wohl frü­hes­ten Pro­jek­ten, die Han­no­ver mit­tels Streetart bun­tes Leben ein­hau­chen soll­ten gehört die Bema­lung der U-Bahn-Station Sedanstr./Lister Meile. Mitte der Neun­zi­ger beka­men vier Graffiti-Künstler aus Han­no­ver und drei Sprayer aus New York den Auf­trag die kom­plette Sta­tion mit Ihrer Kunst auf­zu­pep­pen. So ent­stand eine bunte Untergrund-Welt, die noch heute gute Laune verbreitet.

Mit­ge­stal­ten ist angesagt

Einen Besuch immer wert und ein gutes Bei­spiel für Han­no­vers bunte Streetart-Seite ist die Glock­see­gasse. Hier dür­fen krea­tive Köpfe schon seit Jah­ren legal die Wände besprü­hen. Egal, ob Anfän­ger oder Pro­fis, jeder kann aktiv wer­den. Fans kön­nen hier bei­nahe jede Woche neue Kunst­werke bewun­dern. Ähn­lich viel krea­ti­ven Frei­raum bie­tet die Stadt Laat­zen sei­nen Mit­be­woh­nern. Denn hier gehö­ren bunt bemalte Strom­käs­ten schon lange zum Stadt­bild und erfreuen sich gro­ßer Beliebt­heit. Regel­mä­ßig kom­men neue Motive in ande­ren Stadt­tei­len hinzu. Ange­sto­ßen wurde das Pro­jekt von der Künst­ler­gruppe Akzente.

Eine Bau­zaun als Freiluftgalerie
Streetart legal
Ein Bau­zaun als Frei­luft­ga­le­rie – initi­iert von der Gesell­schaft für Bauen
und Woh­nen Han­no­ver © GBH

Im Som­mer 2014 ent­stand im Auf­trag der GBH eine ein­zig­ar­tige Frei­luft­ga­le­rie. Die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft hatte das Pro­jekt initi­iert um dem zen­tral gele­ge­nen Bau­pro­jekt am ein schö­ne­res Gesicht zu geben. In vier Work­shops konn­ten die ins­ge­samt 50 Jugend­li­chen ihrer Krea­ti­vi­tät an den Wän­den des Bau­zauns aus­le­ben. Die Graffiti-Künstler Patrick Wol­ters und Kevin Laser betrau­ten die jun­gen Künst­ler wäh­rend der Work­shops. Sie ver­mit­tel­ten den Teil­neh­mern die grund­le­gen­den Tech­ni­ken und gaben ihnen einen Ein­blick in die Geschichte der Graffiti-Szene. Bis zur Fer­tig­stel­lung des Bau­vor­ha­bens zie­ren jetzt krea­tive 800 qm Bau­zaun den Klagesmarkt.

Graffiti-Workshops für Anfänger

Wer sich für den Anfang nicht gleich an große Freiluft-Projekte traut oder sich im Umgang mit den bun­ten Spray­do­sen noch nicht sicher fühlt, der kann zum Bei­spiel Air­brush und Graffiti-Workshops besu­chen. Diese wer­den auch von Han­no­vers bekann­tes­tem Künst­ler BeNeR1 ver­an­stal­tet, der zusam­men mit Kevin Laser ein Ate­lier betreibt.

Oder ver­su­chen Sie es doch mal mit Stri­cken! Auf Dauer kön­nen Socken und Pul­lis für die Liebs­ten auch mal lang­wei­lig wer­den. Warum dann nicht mal den Müll­ei­mer an der Bus­hal­te­stelle ver­schö­nern oder tris­ten Stra­ßen­la­ter­nen einen kusche­li­gen Look ver­pas­sen? Urban Knit­ting nennt sich das Ganze und dürfte vie­len Han­no­ve­ra­nern schon bekannt sein. Im Herbst 2011 wurde näm­lich auch die Kröpcke-Uhr Opfer eines kusche­li­gen Kunst-Anschlags. Und im Januar 2012 ver­zier­ten die soge­nann­ten „Guerilla-Strickerinnen“ graue Pol­ler in der Süd­stadt mit bun­ten Müt­zen und Gesich­tern. Und auch diese Kunst­form zeigt wie Streetart aus der „Schmud­del­ecke“ geholt und zur bun­ten Ergän­zung des Stadt­bilds genutzt wer­den kann.

Han­no­ver ist viel­fäl­tig, das wuss­ten wir schon lange. Und in Sachen Streetart ste­hen wir den ande­ren Groß­städ­ten in nichts nach. Also: Mehr davon, aber bitte nur mit Genehmigung.

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